Boss kneift – ehemaliger Arbeitgeber weigert sich volle Summe zu zahlen

Wie wir berichteten, kam es im Jahr 2023 im kleinen Städtchen Wennigsen am Deister zu einem
Fall von Lohnraub und Mobbing am Arbeitsplatz. Nach dem der Betroffene, ein Mitte dreißig
jähriger KFZ-Mechatroniker aus Hannover, der anonym bleiben möchte, neun Jahre bei seinem
ehemaligen Arbeitgeber dem KFZ-Betrieb Hof gearbeitet hatte, endete das Arbeitsverhältnis im
September letzten Jahres für ihn äußerst unerfreulich. Auf Mobbing seitens des ehemaligen Chefs,
folgte die Kündigung ohne Angabe von Gründen. Zudem fehlte danach die Lohnfortzahlung im
Krankheitsfall für einen Monat, sowie die Urlaubsabgeltung für zehn nicht genommene Urlaubstage.

Der Betroffene wendete sich an seine Gewerkschaft, die Freie Arbeiter*innen Union Hannover.
Gemeinsam wurde versucht durch öffentlichen Druck in Form einer Kundgebung im Januar 2024
vor Ort seinen ehemaligen Arbeitgeber davon zu überzeugen, dem geltend gemachten Anspruch
nachzukommen. Zuvor hatte der ehemalige Arbeitgeber auf mehre Forderungsschreiben der
Gewerkschaft nicht reagiert.

Gleichzeitig zu der öffentlichkeitswirksamen Aktion wurde Klage beim Arbeitsgericht in Hannover
eingereicht. Beim Termin zur Güteverhandlung im Februar konnten sich dann beide Seiten einigen
und das Gericht erkannte die Rechtmäßigkeit der Forderungen kann und verpflichtete den KFZ
Betrieb zur Zahlung der genannten Summe. Dem kam der Inhaber des Betriebs seit dem nur
teilweise nach. Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall wurde inzwischen nur zu einem Teil gezahlt.
Von der Urlaubsabgeltung fehlt bis heute jede Spur. Und das ausgestellte Arbeitszeugnis, ist den
Namen nicht wert und entsprach in keinster Weise den rechtlichen Kriterien, die dafür gelten.

Darüber hinaus begann der Chef nun seinerseits Forderungen aufzustellen, indem er seinem
ehemaligen Angestellten Reparaturen in Rechnung stellte, die dieser in Anspruch genommen
haben soll.

Als gewerkschaftliche Vertretung unseres Mitglieds fordern wir den Inhaber des KFZ Betriebs dazu
auf, endlich die volle von uns geforderte Summe zu zahlen, sowie seine Forderungen an unser
Mitglied fallen zu lassen. Wir gehen nun auf juristischem Weg gegen die Hin-Halte-Taktik des
Chefs vor, um so endlich das Recht unseres Mitglieds durchzusetzen. Wann dies geschafft ist,
bleib noch abzuwarten…

Der Fall zeigt wieder einmal, wie wichtig es ist, als Gewerkschaft dran zu bleiben. Denn das Recht
auf dem Papier ist nun mal nichts wert, wenn es nicht durchgesetzt werden kann.

KA-TSCHING

Gütetermin am Arbeitsgericht am 22.2.24

Boss muss ausstehenden Lohn und 10 Tage Urlaub blechen

Wir können es gar nicht oft genug betonen: Gewerkschaftlich erreichen wir mehr! So auch in unserem Konflikt mit dem Kfz-Meister Hof im kleinen Städtchen Wennigsen bei Hannover. Einem Mitglied von uns wurde ein Monat Lohn und zehn Tage Urlaub nicht gezahlt. Zudem kam es zu Mobbing am Arbeitsplatz, wodurch unser Mitglied krank gemacht wurde. Auf Nachfrage, wo denn das Geld bleibe, wurde der Kfz-Mechaniker erst hingehalten und dann über Monate geghostet.

Doch nicht mit uns! Wir fuhren eine zweigleisige Strategie, um den Arbeitgeber dazu zu bewegen, auf unsere Forderungen einzugehen: Mit einer Kundgebung vor Ort erhöhten wir auf ihn den öffentlichen Druck. Dabei kamen wir mit vielen Anwohner*innen aus Wennigsen ins Gespräch und stießen auf viel Verständnis für unser Anliegen: Lohnklau mag schließlich niemand. Viele hatten an ihren Arbeitsplätzen ähnliche Erfahrungen gemacht und wünschten uns viel Erfolg.

Parallel dazu reichten wir (eine wasserdichte) Klage beim Arbeitsgericht ein. Während wir gut vorbereitet waren, musste der Ex-Arbeitgeber während der Güteverhandlung Stück für Stück einsehen, dass wir am längeren Hebel saßen. Auch der Richter fragte ihn verwundert, warum er nicht gleich alles bezahlt habe. Wir feiern jetzt erst einmal unseren Sieg! Continue reading »

Kfz-Meister Hof, rück die Kohle raus!

Lohnraub und Mobbing am Arbeitsplatz

Immer wieder kommt es in Arbeitsverhältnissen dazu, dass Arbeitgeber ihren Arbeiter*innen Lohn, Urlaub und Anderes vorenthalten, was diesen rechtmäßig zusteht. So passiert beim Kfz-Meisterbetrieb Hof in Wennigsen am Deister im Großraum Hannover. Ein Mitglied der FAU Hannover war dort neun Jahre lang angestellt als Mechatroniker. Man könnte meinen, dass so eine lange Zeit ein vertrauensvolles Verhältnis schafft, doch falsch gedacht!

Nicht nur, dass unser Mitglied nach dieser langen Zeit ohne Angabe von Gründen gekündigt wurde, sein ehemaliger Arbeitgeber bleibt ihm auch nach Monaten des Hinhaltens einen vollen Monatslohn sowie die Urlaubsabgeltung für 10 nicht genommene Urlaubstage schuldig. Es kam zuletzt auch zu Mobbing am Arbeitsplatz, woraufhin unser Mitglied bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses krankgeschrieben wurde. Nach 6 Wochen rutschte er ins Krankengeld, welches ordnungsgemäß von der Versicherung gezahlt wurde. Von der vorher anstehenden Lohnfortzahlung im Krankheitsfall fehlt jedoch bis heute jede Spur. Continue reading »

Wildes TIER gezähmt

Roller-Verleiher muss zahlen: Minijobber erhält knapp 1200 Euro

Gewerkschaftsmitgliedschaft zahlt sich aus: Nachdem ein Mitglied der FAU Hannover beim E-Scooter-Verleiher TIER Mobility um Lohn und bezahlten Urlaub geprellt worden war, konnte nun durch öffentlichen und juristischen Druck ein außergerichtlicher Vergleich erzielt werden. Nach einem aus Gewerkschaftssicht unzureichenden Angebot des Unternehmens in der Güteverhandlung vorm Arbeitsgericht erweiterte der Minijobber mit Unterstützung der Gewerkschaft und ihres Anwalts die bereits eingereichte Klage. Daraufhin stimmte TIER einem Vergleich doch noch zu und muss jetzt zahlen. Das Mitglied erhält neben dem ausstehenden Gehalt und der Urlaubsabgeltung eine Abfindung in Höhe von 1,5 Monatsgehältern, insgesamt knapp 1200 Euro.

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Guten Morgen Frühschicht und Geld her TIER!

Aktion am frühen Morgen bei TIER

Kundgebung und Flugblatt-Aktion gegen Lohnraub und Willkür

In den frühen Morgenstunden des 27.3.2023 veranstalte die FAU Hannover eine Kundgebung vor dem Lager des E-Roller-Verleihers TIER in Anderten. Eines unserer Mitglieder fordert von dem StartUp ausstehenden Lohn in Höhe von knapp 1500 Euro. Dabei handelt es sich um nicht gezahltes Gehalt sowie sogenannten Annahmeverzugslohn. Außerdem geht es um die Entfristung des Arbeitsvertrags, die TIER unserem Mitglied versprochen und dann nicht eingehalten hatte. Hinzu kommt auch noch offener Urlaubsanspruch. Inzwischen hat der Beschäftige gemeinsam mit der FAU Hannover Klage eingereicht, da TIER die Ansprüche bestreitet. Bei der Aktion informierten wir gemeinsam mit unserem Mitglied die Kollegen vor Ort über ihre Rechte. Denn miese Arbeitsbedingungen und Verstöße gegen geltendes Arbeitsrecht scheinen bei TIER an der Tagesordnung zu sein.

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Start Ups: Arbeitsrechte am Boden

Beispielbild

Wie Unternehmen gängige Standards unterlaufen

Gorillas, Flink, Durstexpress/Flaschenpost, Lieferando – die Liste der sogenannten Start Ups, die immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil sie insbesondere ihre Fahrer*innen mies behandeln und Arbeitsrechte unterlaufen, ist lang. Niedrige und oft zu spät gezahlte Löhne, mangelnde Arbeitssicherheit, willkürliche Kündigungen und Behinderung von Betriebsräten und gewerkschaftlicher Organisierung sind dabei die häufigsten Vorwürfe. Die Anbieter von E-Scootern, beispielsweise TIER, stehen bislang medial eher unter Beschuss, weil die Roller auf den Gehwegen oft im Weg stehen und der ökologische Fußabdruck der kurzlebigen Akkus äußerst fragwürdig ist. Allerdings berichten Mitarbeiter*innen, dass auch im Bereich der E-Mobilität die Arbeitsbedingungen alles andere als rosig sind.

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Gewerkschaftliche Organisierung wirkt: VBSI zahlt

Arbeitskonflikt gewonnen

Nach der vorzeitigen Beendigung des Ausbildungsverhältnisses beim Verein für berufliche und soziale Integration (VBSI) wartete eines unserer Mitglieder zunächst vergeblich auf ausstehenden Lohn. Nun hat der Verein die ausstehende Ausbildungsvergütung von knapp 800 Euro überwiesen. Nach der Anmeldung der Kundgebung durch die FAU Hannover und der Androhung von Öffentlichkeit hat die Vereinsvorsitzende Dörte Kickermann scheinbar kalte Füße bekommen.

Dieser Fall zeigt mal wieder: Gewerkschaftliche Organisierung zahlt sich aus, selbst in „Einzelfällen“. Und mit gewerkschaftlichen Methoden erreichen wir oft mehr und schneller etwas, als vor Gericht. Allerdings war in diesem Fall die Einleitung einer Eskalation nötig, um den Verein und die Vorsitzende an ihre rechtlichen Pflichten als Arbeitgeber zu erinnern. Das erleben wir im gewerkschaftlichen Alltag häufiger.

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Kickermann und der VBSI: nach außen sozial nach innen iieeh! FAU Hannover ruft zur Kundgebung gegen Lohnraub auf

Samstag, 5.11.22, 12 Uhr, Andreaestraße 2a, 30159 Hannover

+++ Achtung! Kundgebung entfällt +++ Gewerkschaftliche Organisierung wirkt: VBSI hat gezahlt +++

Wer eine Ausbildung beginnt, der rechnet damit, in den kommenden zwei bis drei Jahren etwas zu lernen. Außerdem geht er davon aus, dass die Ausbildungsvergütung pünktlich und in voller Höhe auf dem Konto eintrifft. Einem Auszubildenden beim „Verein für berufliche und soziale Integration“ (VBSI) erging es anders: Nicht nur, dass die Ausbildung sofort mit Kurzarbeit startete. Gehalt gab‘s nur äußerst unpünktlich und schließlich gar nicht mehr.

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#Freitag13 – Mit der FAU Hannover gegen miese Arbeitsbedingungen bei Lieferando und Gorillas

Am Freitag, den 13.08.2021, haben wir uns beim Schillerdenkmal in Hannover versammelt, um für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen bei den Lieferdiensten Lieferando und Gorillas einzutreten.

Ein erster Erfolg konnte direkt am Aktionstag vermeldet werden: Lieferando hat direkt am 13.08.2021 veröffentlicht, dass sie planen 10.000 Angestellte zu entfristen.

An jedem Freitag den 13ten führt die aktion ./. arbeitsunrecht seit 2015 Aktionstage gegen Union Busting, Fertigmacher, Horror-Jobs und Anwälte des Schreckens durch. Der Aktionstag in diesem Jahr richtet sich gegen miese Arbeitsbedingungen und Betriebsratsbehinderung bei Lieferdiensten. Im Fokus stehen Lieferando und Gorillas.

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Durstexpress: Nach dem Klatschen kommt die Kürzung

Leipzig, den 25.10.2020

Im Leipziger Standort des Getränkelieferanten Durstexpress versammelten sich am 15.10.2020 bei Schichtbeginn 17 Teilzeitbeschäftigte vor dem Niederlassungsleiter Patrick G., um gemeinsam aktiv ihre Arbeitskraft anzubieten. Nachdem noch vor wenigen Wochen infolge der Covid-19-Pandemie auch die Durstexpress-MitarbeiterInnen zu „Essential Workers“ erklärt und beklatscht wurden, erfolgte prompt eine Kürzung der angebotenen Schichten um bis zu 50 %, wodurch sie seit Oktober nicht einmal die ihnen garantierten Wochenstunden erarbeiten können. Es drohen existenzbedrohende Lohnausfälle. Gleichzeitig wurden GewerkschaftsvertreterInnen der FAU vom Standortleiter Patrick G. widerrechtlich des Geländes verwiesen, gewerkschaftliches Informationsmaterial verboten und eingesammelt.

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